Stöbern

Stimmen

    • Roman: Ich finde eure Version von Fontanes Klassiker auch sehr gelu...
    • Roberta: Gibt es eine Fortsetzung bald?...
    • sauerkraut, das einzigartige: auch wenn das verständnis für einiges fehlt, wenn die bede...
    • Sebastian: Doch, sehr gelungen, very "gothic". Die Musik bringt eine du...
    • Bondageprojekt: Berlin mag weit weg sein, doch wer weiß...? Vielleicht wird...

Folge

Folge 18: Pyrker - Tyrol

 
 Standard Podcast [2:24m]: Abspielen | Im Popup abspielen | Download

Endlich 18! Das Bondageprojekt ist erwachsen und darf mit Frauen spielen! Ja, und weil die Liebe zur Lederfesselei über alle Staatsgrenzen reicht, haben wir uns eine südliche Stimmschönheit eingeladen, uns von ihrem Heimatland zu erzählen …

Denn heute besingt der Autor Pyrker die Heimat seiner Familie; ihm selbst, der im heutigen Ungarn aufwuchs, war Tirol mit seinem Widerstand gegen Frankreich und Italien in den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts ein stolzes Symbol des habsburgischen Reiches, ein Vorposten gegen den napoleonischen Sturm.

Natürlich wirken solche nationalistischen Flaggenschwenkereien heuer rostig, doch scheint der liebe Herr P. die Seele des Bergvolks richtig umrissen zu haben - Stemmen sich nicht heute noch die Bewohner Südtirols gegen die italienische Autorität? Bei einer “Minderheit” von fast zwei Dritteln deutschsprachiger Einwohner kein Wunder! - Eine landschaftlich überwältigende und politisch so dynamische Region im Herzen Europas ist allemal ein interessantes Phänomen.

So geht der Gruß von Berlin aus in die Alpenberge. Eva S. elegante Interpretation des Gedichts leuchtet silbrig und frisch; um einmal selbst etwas poetisch zu werden: Just wie Hochnebel an der Wildspitze.

Tyrol
aus: Lieder der Sehnsucht nach den Alpen(1845)

Tyrolerland, du Wiege meiner Ahnen,
Sey mir gegrüßt! Du wurdest Oestreichs Stern,
Zu leuchten auf des Ruhmes hehren Bahnen,
Als Nacht die Völker deckte nah’ und fern!
Sie blickten staunend auf zu deinen Fahnen,
Die du erhobst für deinen hohen Herrn,
Für deine Sitten, Freiheit, heil’gen Glauben,
Und nicht gelang’s dem Fremdling sie zu rauben.

Ich ging mit stolzer Brust in deinen Thälern,
Auf deinen schneebegränzten Höh’n umher,
Und überall, an deinen Siegesmälern,
Hob sie sich stolzer, freudiger noch mehr.
Es war dein Muth so tugendfest und stählern,
Der dich begeisterte zur Landeswehr,
Daß späte Enkel noch, die auf dich schauen,
Sich froh an dir erheben, und erbauen.

Du gutes Volk, bewahre deinen Segen:
Er blühe dir durch Himmelshuld stets neu;
Du weißt wohl, Alles sey an ihm gelegen;
Drum mögest du auch Glauben, Muth und Treu’
Fortan in deiner Brust mit Liebe hegen;
So bleibst du stets beglückt, geehrt und frei:
Ein Leitstern Allen, die aus frommen Trieben
Das Edle, Gute, Schön’ und Wahre lieben!

Kommentare

Noch keine Kommentare zu dieser Folge

Kommentar schreiben